Bis 1954 war der Bahnhof St. Michaelisdonn ein Umsteigebahnhof von der Marschbahn auf die 1884 fertiggestellte, eingleisige Nebenstrecke nach Friedrichskoog. Bis Marne fuhren die Personenzüge noch bis 1961. Güterzüge waren noch längere Zeit unterwegs. Seit 2004 werden die Gleise zwischen St. Michaelisdonn und Marne genutzt, um sportlich-aktiven Bahnfreunden ein besonderes Erlebnis zu verschaffen – die Fahrt mit einer Draisine. Auf neun Kilometern Gleislänge rollen die Besucher mit einem Schienenfahrrad durch die Landschaft, vorbei an den für die Westküste typischen Marschweiden, an Korn- und Kohlfeldern sowie Windkraftanlagen.
Pro Draisine müssen zwei Personen fleißig in die Pedale treten. Zwei weitere können es sich auf einer Sitzbank gemütlich machen. Zugelassen sind auch Kinder in Begleitung von Erwachsenen. Die Sitze sind höhenverstellbar. Sogar Hunde können mitfahren, für sie sollte eine Decke oder ein Kissen mitgebracht werden. Die Fahrten sind von Ende April bis September täglich möglich, im Oktober nur mit Voranmeldung. Allerdings ist eine Voranmeldung zu jeder Zeit empfehlenswert. Weitere Infos zu Reservierungen, Fahrplan und Preisliste finden sich unter www.marschenbahn-draisine.de.
Da auf der Strecke weder ein Ausweichen noch ein Überholen möglich ist, gibt es in jede Richtung festgelegte Abfahrtzeiten. Für eine Strecke wird durchschnittlich mit einer Fahrzeit von 70 Minuten gerechnet. Abfahrten in St. Michaelisdonn finden in der Saison (Juli/August) um 10.00 und 14.00 Uhr statt; Rückfahrten von Marne um 12.00 und 16.00 Uhr. In der Nebensaison (Mai, Juni, September) gelten andere Zeiten. Eine Hin- und Rückfahrt an einem Tag wird allerdings nur trainierten Gästen empfohlen.