Bahnhofstr. 23
97922 Lauda-Königshofen
Kirchen, Klöster und Kapellen
Eine Radtour für Kulturliebhaber und Entdecker
Entspannt anreisen und Leihräder bei den Vermietern vor Ort nutzen. Die Kapazitäten für die Fahrradmitnahme in den Züge sind begrenzt und eine Mitnahme des eigenen Rads kann je nach Auslastung nicht garantiert werden.
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Lauda ist ein Teil der Doppelstadt Lauda-Königshofen. Seit dem 13. Jahrhundert wird hier Wein angebaut.
Dies ist einer der Gründe, warum es die Stadt schon vor mehr als 400 Jahren zu respektablem Wohlstand gebracht hat.
Reichtum, den man bis heute an einigen Gebäuden erahnen kann. Die Sehenswürdigkeiten des Ortes sind schnell zu erreichen, denn Lauda ist nicht sehr groß.
Tourenräder und E-Bikes werden direkt zum Standort in und um Rothenburg ob der Tauber geliefert. Vorab ist eine Reservierung notwendig. Am Morgen des Mietbeginns steht das Fahrrad spätestens um 9 Uhr bereit.
Interessierte buchen das gewünschte Rad oder die Räder bitte über das Buchungsformular auf der Homepage.
Die Ausleihe kostet pro Tag 35 Euro, mit Anlieferung und Abholung kommen noch mal einmalig 20 Euro hinzu. Für 3 Euro kann auch eine Fahrradtasche geliehen werden.
Der Radverleih Taubertal hat kein Ladengeschäft, ist also nur via E-Mail oder Telefon erreichbar.
Radeln Sie die Bahnhofstraße stadteinwärts. Bald kommen Sie an einer Grünanlage vorbei, auf der eine ausrangierte Dampflok steht.
Sie erinnert an die Zeit, als Lauda Mitte des 19. Jahrhunderts Kreuzungspunkt dreier Eisenbahnlinien wurde.
Direkt dahinter befindet sich der Friedhof mit der Marienkirche. Diese verdient aufgrund ihres prächtig gestalteten Innenraums ebenfalls einen Abstecher.
Der Weg führt Sie nun zur Marienstraße. Neben attraktiven Altstadthäusern gibt es hier auch einen originellen Kunstgenuss zu erleben.
Zwischen den Häuserzeilen in der Marienstraße hängt seit April 2024 eine neue Kunstinstallation des Laudaer Künstlers Rudolf Neugebauer. Dieses Mal wurde die Straße mit Bilder von Schülern und des Künstlers in eine Freiluft Galerie verwandelt.
Alle zwei Jahre überrascht Rudolf Neugebauer die Passanten mit neuen Motiven. Im Jahre 2014 waren es bunte Regenschirme, gefolgt von Bällen und Vögeln. 2020 die Gießkannen-Installation „Lasst Blumen sprechen“. Sie wurde später durch bunte Fahrräder ergänzt. 2022 war das Thema „Wein“ in luftiger Höhe.
Falls Sie noch einen weiteren Schlenker durch die Altstadt machen möchten, fahren Sie zur Jakobuskirche.
Unmittelbar hinter der Basilika sind ein Pulverturm und Reste der mittelalterlichen Stadtmauer zu sehen. Doch nun geht’s auf zu neuen Zielen!
Nach der Fahrt über die Tauber-Brücke können Sie wieder den Beschilderungen dem „Main-Tauber Radweg“ (MT) folgen. In nördlicher Richtung erhebt sich vor Ihnen der "Herrenberg".
Mit ihm verfügt Gerlachsheim, ein Ortsteil von Lauda-Königshofen, über eine der besten Reblagen Tauberfrankens.
Vom Weinanbau lebte auch das Kloster von Gerlachsheim. Dessen imposante Kirchtürme fallen schon von Weitem ins Auge.
Am Grünbach gelegen, befindet sich das ehemalige Prämonstratenserkloster. Es wurde 1209 erstmals urkundlich erwähnt und zunächst von Nonnen, später von Mönchen bewohnt. Zum Kloster gehört auch ein Park, der früher als Garten genutzt wurde. Das Kloster genoss ein hohes Ansehen und beschleunigte den Aufstieg des Ortes zum kulturellen Mittelpunkt und wichtigen Amtssitz. Heute beherbergt das Gebäude unter anderem einige Bildungseinrichtungen.
Die Kirche Heilig Kreuz wurde zwischen 1723 und 1730 erbaut. Sie ist eine dreischiffige Basilika mit zwei Türmen und zählt zu den schönsten Barockkirchen des Taubertals. Das Kloster selbst kann nicht besichtigt werden. Der Klosterpark und die Kirche sind jedoch frei zugänglich.
Unweit des Klosters führt eine Brücke, geschmückt mit barocken Skulpturen einiger Heiliger, über den Grünbach.
Hinter der Brücke geht es weiter am sich munter windenden Bach entlang. Genießen das Panorama der „Berge“, die es hier auf höchstens 380 Meter bringen.
Zum Teil sind sie bewaldet oder, wie beim Gerlachsheimer „Herrenberg“, mit Reben bepflanzt. An einigen Nachbar-Hängen lassen alte Terrassen-Strukturen darauf schließen, dass auch dort früher Wein angebaut wurde.
Immer näher rückt die Silhouette der Stadt Grünsfeld mit seiner eindrucksvollen Kirche.
Ein Stopp bietet sich auf der Rückfahrt an. Jetzt lassen Sie den Ort rechts liegen und passieren später die Wendelsmühle - eine ehemalige Wassermühle, die heute unter Denkmalschutz steht.
Nun ist es noch gut ein Kilometer bis zur Kapelle St. Achatius in Grünsfeldhausen.
Die Achatius-Kapelle in Grünsfeldhausen gehört zu den seltenen mittelalterlichen Bauwerken der Region. Errichtet wurden die zwei achteckigen Baukörper mit einem minarettartigen Türmchen vermutlich zwischen 1180 und 1210. Das Kirchlein ist nach dem Heiligen Achatius benannt, einem von 14 Nothelfern, dessen Verehrung vor allem während der Kreuzzüge verbreitet war.
Im Turm verbindet ein Gang mit Tonnengewölbe Hauptraum und Chor. Im Letzteren sind noch Reste von Wandmalereien aus der Zeit um 1200 zu sehen. Der gesamte Bau wurde zwischen 1903 und 1905 renoviert sowie modernisiert. Vor der Kapelle steht auf einem achteckigen Pfeiler eine barocke Madonnenfigur.
Die Kapelle in Oberwittighausen ist nur zehn Kilometer entfernt. Doch die haben es in sich. Es geht immer steiler bergauf.
Verbinden Sie doch ein paar Verschnaufpausen mit Fotostopps. Bildstöcke und Wegekreuze bieten schöne Motive.
Diese religiösen Zeichen sind in Franken noch oft zu finden. Die Tradition erreichte im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Bildstöcke sollten den Dörfern Schutz bringen. Die Menschen sprachen ein Gebet, wenn sie vorübergingen. Doch nun zurück auf den Sattel.
Mit frischen Kräften geht es hinter Krensheim hügelabwärts, durch Felder und Wiesen, bevor Sie kurz vor Poppenhausen noch mal ordentlich in die Pedale treten müssen, um die Krensheimer Höhe mit ihren 347 Metern zu bezwingen.
Während der restlichen drei Kilometer zur Kapelle werden Sie nun hauptsächlich die Bremse benötigen.
Im Jahre 1354 wurde ein Teil der Gebeine des Heiligen Sigismund von Burgund nach Prag überführt. Da der Weg angeblich über Oberwittighausen führte, nannte man die bereits vorhandene Kapelle nach St. Sigismund. Der Heilige Sigismund wurde bei Krankheiten und Seuchen angerufen. Viele Gläubige machten sich auf den Weg zu der damals weitbekannten Pilgerstätte.
Erbaut wurde die Kapelle bereits im 12. Jahrhundert, wie St. Achatius, als oktogonaler Zentralbau. Sie gilt damit als eine der ältesten Sakralbauten im Main-Tauber-Kreis. Nach starker Zerstörung im 30-jährigen Krieg wurde St. Sigismund wieder aufgebaut. Bei Instandsetzungsarbeiten zu Beginn der 1930er-Jahre wurden Fresken aus dem Jahr 1658 entdeckt. Anfang der 1970er-Jahre fanden weitreichende Renovierungsmaßnahmen statt.
Von Oberwittighausen führt die Tour über Zimmern nach Grünsfeld. Sie radeln entspannt bei überwiegend leichtem Gefälle immer entlang des Wittigbaches und der Bahnstrecke Würzburg – Lauda.
Hinter Zimmern leuchten Ihnen schon die roten Ziegel-Dächer von Grünsfeld entgegen, aus denen der Turm von St. Peter und Paul herausragt.
Bevor Sie die Kirche der Stadt besichtigen, können Sie sich in der nahe gelegenen Kneipp-Anlage unweit des Grünbachs erfrischen.
Von Romanik über Gotik, Renaissance und Barock bis hin zur Moderne: Dieses Gotteshaus vereint sämtliche Stile. Begonnen wurde der Bau von St. Peter und Paul bereits Mitte des 14. Jahrhunderts.
Eine Besonderheit ist der Turm, der mit seinen 75 Metern außergewöhnlich hoch ist. Bedeutendster Schatz der Kirche ist allerdings der Grabstein der Dorothea Gräfin von Rieneck. Er wurde von dem berühmten Bildhauer und Holzschnitzer Tilman Riemenschneider gefertigt. Die Grafen Rieneck spielten bis zum Ende des 15. Jahrhunderts als Herren und Besitzer sämtlicher Güter der Stadt Grünsfeld eine wichtige Rolle.
Bei der Ortsdurchfahrt in Gerlachsheim lohnt es sich, noch einen Blick auf das Buchlerhaus zu werfen.
Es ist ein barockes Weinhandelsgebäude, welches der Weinhändler Johann Peter Buchler 1729 für seinen Sohn errichtete. Der Weinhandel brachte der Familie Wohlstand und Ansehen. Die goldenen Zeiten sind jedoch längst vorbei. Im Jahre 2004 erwarb der Verein Kulturgut e.V. das stark verfallene Anwesen und restauriert es seitdem liebevoll. Eine Besichtigung ist auf Anfrage möglich.
Gut zwei Kilometer sind es vom Buchlerhaus bis zum Ende der Tour. (Besichtigungen sind auf telefonische Anfrage hin möglich: Tel. 09343 8571)
Wenn Sie noch etwas Zeit haben, gönnen Sie sich einen Kaffee oder einen Snack in der Altstadt von Lauda, bevor die Bahn Sie wieder nach Hause bringt.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start/Ende
Bahnhof LaudaBahnhofstr. 23
97922 Lauda-Königshofen