Bahnhof 1
01796 Pirna
Auf hellen und bunten Pfaden das Elbestädtchen Pirna erkunden
Ein Stadtrundgang für Familien, Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das StadtMuseum ist in das Areal des ehemaligen Dominikanerklosters eingebettet. Die gelungene Verknüpfung aus altehrwürdiger und zeitgenössischer Architektur lockt zum Museumsbesuch. Hier erwartet die Besucher neben Ausstellungen zur Stadtgeschichte Pirnas und zum Sandstein auch Zeugnisse der Bildhauerkunst des 16. bis 19. Jahrhunderts. Regelmäßige Sonderausstellungen zu regionalen Themen erweitern das Spektrum. Wer sich für Kunst interessiert, dem bietet das Museum Einblicke in das Schaffen hiesiger Künstler.
Auf historischen Pfaden geht es weiter zum nächsten Ziel. Orientieren Sie sich stadteinwärts entlang der Dohnaischen Straße und biegen Sie dann in die Barbiergasse ein. An ihrem Ende öffnet sich Ihnen der historische Marktplatz mit Rathaus, kleinen Geschäften, mit Restaurants und Cafés.
Die über 785 Jahre alte Stadt hat einen original erhaltenen Altstadtkern mit Marktplatz, Rathaus und Canalettohaus. Das Rathaus, 1396 erstmalig urkundlich erwähnt, ist reich an Schmuckelementen. Als eines der ältesten Gebäude im Stil der Renaissance erbaut, zieht es nach zahlreichen Umbauten im Laufe der vergangenen Jahrhunderte mit barocken Elementen und spätgotischen Portalen die Blicke auf sich. Ein besonders schönes Detail ist eine Kunstuhr mit Mondphasenuhr an der Ostseite des Gebäudes. Zwei Löwen schlagen zu jeder Viertelstunde und vollen Stunde mit ihren Tatzen an den Baumstamm und bewegen dazu ihre Zungen. An der Südseite befindet sich eine Sonnenuhr. Jahrhundertelang war das Rathaus Handels- und Verwaltungsgebäude und ist heute Sitz der Stadtverwaltung.
Auch ein Stück Italien ist in der sächsischen Kreisstadt zu finden. Dem bekannten venezianischen Vedutenmaler Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, ist das Gemälde „Der Marktplatz von Pirna“ (1752/55) zu verdanken – mit dem stadtprägenden, nach ihm benannten Canaletto-Haus, einem Bürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert. Darüber hinaus malte der Hofmaler des sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. weitere elf große Landschaftsansichten von Pirna. Einige davon sind in der Dresdner Gemäldegalerie zu sehen. Heute befinden sich neben einer kleinen Ausstellung von Reproduktionen des Malers auch der TouristService sowie einige Wohnungen im Canaletto-Haus.
Lassen Sie nun das Canaletto-Haus links liegen und laufen Sie über die Frohngasse nach rechts in die Schmiedestraße zum Tetzelhaus. In der Mitte des Straßenzuges finden Sie das Geburtshaus des Dominikanermönches Johannes Tetzel.
„Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“ – diesen fragwürdigen Ausspruch verbindet man mit dem berühmten Dominikanermönch Johannes Tetzel (1465–1519), der in diesem Haus geboren wurde. Tetzel gab Ablassbriefe, auch Petersablass genannt, heraus, um den Papst bei der Finanzierung des Petersdoms zu unterstützen. Damit versprach er den Sündern, sich vom Fegefeuer ohne Beichte, dafür aber durch Geld freizukaufen. Dieses Wirken als Ablassprediger rief seinen Gegenspieler Martin Luther auf den Plan, mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen begann im Jahre 1517 die Reformation.
Das historische Bohlenhaus, ein Kleinod der Gotik aus dem Jahre 1381, kann nur im Rahmen einer erweiterten Stadtführung besichtigt werden.
Nach dem düsteren Tetzel-Kapitel führt Sie Ihr Weg weiter auf die Festung Sonnenstein, deren Schloss sicherlich schon längst Ihre Blicke auf sich gezogen hat. Sie laufen auf der Schmiedestraße nach Osten zur Oberen Burgstraße und biegen hier rechts ab. Wenige Schritte sind es zur Gasse und einer Treppe auf den Schlossberg. Über den grünen Pfad der Terrassengärten gelangen Sie direkt auf die Festung, die Sie mitsamt Schloss auf einem Rundgang erkunden können. Zum Abschluss der Schlosstour besuchen Sie noch die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, die Sie auf dem Canalettoweg erreichen. Auf dem Rückweg können Sie noch gern im Schlosscafé einkehren und die schöne Aussicht auf die herrliche Umgebung genießen.
Hoch über den Dächern der Altstadt erhebt sich auf einem Felsplateau etwa 70 Meter über der Elbe das imposante Schloss Sonnenstein. Im Jahre 1269 erstmals erwähnt, präsentiert sich die teilweise erhaltene Burganlage nach umfangreicher Sanierung den Besuchern in neuem Glanz. Das Schloss ist heute Verwaltungssitz des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Hier werden interessierten Gästen Führungen über die Geschichte und Architektur der imposanten Anlage angeboten. Neben dem Schloss und dem Schlossberghang sind auch die Bastionen der ehemaligen mittelalterlichen Festung reizvoll. Während der Schlossbesucher über verschiedene Wege und Treppen flaniert, bietet sich ihm ein grandioser Ausblick auf die Altstadt und das Elbtal, bei gutem Wetter sogar bis nach Dresden. Wer Gartenarchitektur liebt, für den sind die Terrassengärten unterhalb des Schlosses aus dem 18. Jahrhunderts lohnenswert. Zu den elf thematischen Terrassengärten mit italienischem Flair gehören u.a. die Obstterrasse mit alten Birnensorten, die reizvolle Rosen- und Weinterrasse sowie die duftende Stauden- und Lavendelterrasse. Kunstinteressierten bietet sich mit dem „Pirnaer Skulpturensommer“ ein besonderes Highlight in historischer Atmosphäre.
Eine Gedenkstätte und eine Dauerausstellung erinnern an das düstere Euthanasie-Kapitel der Nationalsozialisten auf dem Schlossparkareal: In den Jahren 1940/41 wurden in der Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein über 13.720 vorwiegend psychisch und geistig behinderte Menschen ermordet.
Nun heißt es Abschied nehmen von der Innenstadt. Im Süden von Pirna erwarten Sie DDR-Nostalgie und Badespaß. Nehmen Sie dorthin am besten den Bus der Linie N (15-minütige Taktung) ab Bushaltestelle Breite Straße. Diese erreichen Sie über die Obere Burgstraße, Tischerplatz, Braustraße und Nicolaistraße. Nach acht Minuten steigen Sie in der Rottwerndorfer Straße an der Bushaltestelle Geibeltbad/Freizeitzentrum aus und stehen direkt vor einem 140 Jahre alten Kasernengebäude, in dem das DDR-Museum Pirna viel Platz gefunden hat.
Entdecken. Erleben. Staunen. Mit diesen Worten lädt das DDR-Museum zu einer ostalgischen Zeitreise ein. Auf einer Fläche von mehr als 2.000 Quadratmetern mit über 120.000 liebevoll arrangierten Exponaten wird der Besucher auf eine Tour kreuz und quer durch den DDR-Alltag mitgenommen. So machen eine komplett eingerichtete Wohnung, ein Konsum, der Kindergarten und ein Klassenzimmer den Besuch zum unterhaltsamen Erlebnis.
Nur wenige Schritte sind es vom DDR-Museum zum Geibeltbad auf der anderen Straßenseite. In Pirnas lichtdurchfluteter Bade- und Saunalandschaft findet garantiert jeder seinen Lieblingsplatz.
Das Geibeltbad Pirna in der Südvorstadt im Gottleubatal ist zugleich Hallenbad, Freibad, Wellnessbad und Saunabad. In der Badelandschaft erwartet die großen und kleinen Badegäste ein großes Nichtschwimmerbecken, das 25-m-Sportschwimmbecken und ein Kleinkinderbereich. Das Freibad bietet neben Schwimm- und Nichtschwimmerbecken, Wasserspiel- und Matschplatz auch einen Sprungturm mit sechs Plattformen in 1 bis 10 Metern Höhe und Liegewiesen mit vielen Schatten spendenden Bäumen. Die Saunalandschaft verwöhnt die Gäste mit sechs verschiedenen Saunen, Dampfbad, Hamam, Salzgrotte, Caldarium, Saunagarten im Sommer und Massageangeboten. Highlight des Geibeltbades sind die 100-m-Riesenrutsche und das 31 Grad warme Außenbecken mit Strömungskanal, Massagedüsen und Sprudelliegen. Das Freizeit-Areal wird durch Spiel- und Beachvolleyballplätze und eine abwechslungsreiche Bistroküche ergänzt.
Mit der Buslinie N geht es nun direkt zurück zum Bahnhof. Mit einem letzten Blick auf das verträumte Städtchen treten Sie wieder Ihre Heimreise an.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start/Ende
Bahnhof Pirna (Sächsische Schweiz)Bahnhof 1
01796 Pirna