Hauptstraße
01561 Zabeltitz
Eine Wandertour für Familien und Naturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Seine heutige Form erhielt das Palais von Zabeltitz ab 1728 durch Baumeister Johann Christoph Knöffel, der das bestehende Renaissance-Wohnschloss im Auftrag des Reichsgrafen von Wackerbarth umbauen ließ. Die Ursprünge der Anlage gehen auf eine Wasserburg zum Schutz der alten Salzstraße zurück.
Auch den Garten entwarf Johann Christoph Knöffel ab 1728. Die Anlage ist streng symmetrisch angelegt. Alleen und Heckensäume, kleine Wäldchen und Rondelle mit Sandsteinskulpturen laden zum Lustwandeln ein – ganz, wie es einst die sächsischen Kurfürsten und ihre Jagdgesellschaft taten. Sehr hübsch sind auch die vom Wasser der Großen Röder gespeisten Teichanlagen.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stellte man im Barockgarten repräsentative Sandsteinskulpturen auf, darunter die Brunnenanlagen Riesenkinder, Diana und Apollon. Später ließ Prinz Xaver von Sachsen den Garten um eine „Wildnis“ im englischen Stil erweitern.
Die Dauerausstellung im Foyer des Palais informiert über die Geschichte des Ortes und der Anlage.
Das Palais-Café öffnet vom 1. Mai bis 30. September sonntags von 14-17 Uhr.
Folgen Sie nun dem mit einem gelben Balken gekennzeichneten Röderwanderweg Richtung Norden in den kleinen Ort Raden. So gelangen Sie zur Getreide- und Sägemühle an der Großen Röder. Seit Generationen betreibt hier die Familie Böltzig das traditionelle Müllerhandwerk – Getreide wird zu Mehl gemahlen und in der Sägemühle werden aus Bäumen Bretter und Balken geschnitten. Zum Mühlentag jedes Jahr am Pfingstmontag öffnet die Mühle ihre Pforten für interessierte Besucher. Die Mühle können Sie aber auch besichtigen, wenn Sie mit einer Gruppe unterwegs sind und zuvor im „Grünen Klassenzimmer” gebucht haben. Vom ersten Sonntag im Mai bis Ende Oktober von Montag bis Freitag bietet das Team ein breit gefächertes Programm an. Das „Grüne Klassenzimmer” hat wenige Schritte von der Mühle im einstigen Dreiseitenhof in Raden sein Domizil. Übrigens: Wie schön die Röderaue ist, das können Sie hier an einem Hausgiebel lesen, an dem weit sichtbar das Röderlied prangt: „Froh zwischen Schilf und Heide wandre ich allein. Die Röder Seit an Seite ins Heimatland hinein. Durch bunte Wiesen überall, mein liebes stilles Rödertal.”
Auf dem Gelände eines ehemaligen Dreiseitenhofes entstand ein Treffpunkt mit einem breiten Kreativangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Unter dem Motto „Ein Leben lang lernen über die Natur und von der Natur” werden hier nach vorheriger Buchung Programme für alle Altersgruppen angeboten wie „Vom Korn zum Brot” mit Mühlenbesuch, „Leben im und auf dem Wasser”, Wanderungen mit dem Förster, Verarbeiten von Kräutern bis hin zu Honig- und Wachsproduktion. Nach Absprache wird für die Verpflegung gesorgt. Es gibt eine Holzwerkstatt, einen Kräutergarten und eine Küche. Im altdeutschen Steinbackofen im historischen Backhaus können Gruppen Brot, Kuchen oder Pizza backen.
Die barrierefreien Räume und das großzügige Außengelände mit Spielplatz können auch für private und Firmen-Events gebucht werden.
Zurück Richtung Zabeltitz geht es nun parallel zur Großen Röder auf der Röderradroute. Sie gelangen zum Wanderweg, der mit einem grünen Balken gekennzeichnet ist, und folgen diesem durch ein schönes Waldgebiet bis zum Großen Gabelwehr, eine interessante Anlage zur Wasserregulierung in der Röderaue mit langer Geschichte.
Der Fluss Röder teilt sich am Großen Gabelwehr in die Große Röder, die Geißlitz und die Kleine Röder. Bereits seit Anfang des 15. Jahrhunderts gab es hier ein „Fluth oder Cabel-Wehr”, das damals noch aus einer hölzernen Stauwand bestand. Das Gabelwehr regelte eine gleichmäßige Wasserführung in die Große und Kleine Röder, die für die vielen wasserbetriebenen Mühlen an den Flüssen sowie für die Teiche u.a. in Zabeltitz und Frauenhain sehr wichtig war. Bei Hochwasser konnten die Wassermengen über die Geißlitz abgeleitet werden, um die Röderniederungen mit ihren Dörfern und Feldern besser zu schützen. Durch das Eishochwasser 2006 beschädigt, musste das Gabelwehr saniert werden. Bei den Bauarbeiten wurden auch gleich Fischaufstiegsanlagen an der Großen und Kleinen Röder errichtet, um die geforderte Durchgängigkeit von Fließgewässern zum Schutz der Fische zu gewährleisten.
Laufen Sie nun auf dem mit rotem Punkt gekennzeichneten Wanderweg zurück Richtung Nord-Osten zum Alten Schloss Zabeltitz, passieren Sie einen Naturlehrpfad mit Wissenswertem zum Röderauwald.
Der rund einen Kilometer lange Naturlehrpfad im heutigen Naturschutzgebiet Röderauwald Zabeltitz wurde bereits 1957 angelegt. Lehr- und Übersichtstafeln informieren über Flora, Fauna und ihre Lebensräume wie über die komplexen Beziehungen in der Hartholz- oder Weichholzaue als auch über Totholz, das für einige Insektenarten lebenswichtig ist. Im Röderauwald können Wanderer mit etwas Glück viele bedrohte Tierarten wie Fischadler, Wespenbussarde, Biber und Fischotter, Eisvögel und Störche beobachten. Auch alle sechs in Sachsen vorkommenden Spechtarten – Schwarzspecht, Grauspecht, Grünspecht, Buntspecht, Mittelspecht und Kleinspecht – leben hier.
Vom Naturlehrpfad erreichen Sie nach rund 200 Metern die Mauer des Barockgartens. Die Röderbrücke bringt Sie zum Ausgangspunkt der Wanderung. Stärken kann man sich im Zabeltitzer Gaststätte in der Hauptstraße 27. Geöffnet ist außer montags in der Mittagszeit und ab 17 Uhr (www.taj-mahal-pizzaservice-zabeltitz.de). Über die Straßen Am Park, Unter den Linden und Triftweg gelangen Sie zu einem schnurgeraden Feldweg, der Sie direkt zum Bahnhof bringt.
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Bahnhof ZabeltitzHauptstraße
01561 Zabeltitz